Welttag der Muttersprache 

Februar 2018 Kalender der KulturenWelttag der Muttersprache
Muttersprache – das ist die Sprache, in der man schimpft, betet, flucht, eben so redet, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Weltweit werden mehr als 6.000 Sprachen gesprochen. Nahezu die Hälfte gilt als vom Aussterben bedroht, in Deutschland etwa das Nordfriesische und das Sorbische. Der Internationale Tag der Muttersprache soll auf die Bedeutung von Sprache als Ausdruck kultureller Identität aufmerksam machen und die sprachliche Vielfalt als Reichtum der Menschheit feiern.

Der von der UNESCO ausgerufene Internationale Tag der Muttersprache wird seit 2000 jährlich begangen. Das Datum ist hochpolitisch. Nach der Aufteilung der britischen Kronkolonie in ein überwiegend hinduistisch geprägtes Indien und ein überwiegend muslimisches Pakistan standen beide Staaten vor zahlreichen Integrationsaufgaben. Unter anderem war die Frage der Amtssprache(n) zu klären. 1952 erklärte die Regierung Pakistans Urdu zur alleinigen Amtssprache, obwohl es nur für drei Prozent der Bevölkerung Muttersprache war. In Ostpakistan wurde sogar fast ausschließlich Bengalisch gesprochen. Bei Protesten in Dhaka am 21. Februar 1952 schoss die Polizei auf Demonstranten. 1971 kam es schließlich zur Abspaltung Ostpakistans und der Gründung von Bangladesh. Der 21. Februar wird dort seitdem als Tag der Märtyrer begangen. 1999 akzeptierte die UNESCO General Conference eine Resolution, die von Bangladesh und Saudi Arabien eingebracht und von über 20 Staaten unterstützt wurde, und rief den Tag zum Internationalen Tag der Muttersprache aus.

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