St. Martin

St. Martin – Der Heilige Martin von Tours soll einst mit seinem Schwert seinen Mantel zerteilt und mit der einen Hälfte einen Bettler vor dem Erfrieren gerettet haben. Zu Ehren Martins gibt es heute an vielen Orten Laternenumzüge, und die Geschichte des Heiligen wird aufgeführt. In ihrem Wohnviertel singen die Kinder Martinslieder, um je nach Region einen „Weckmann“, einen „Stutenkerl“ oder eine Gans aus Lebkuchenteig zu erhalten. Dieser Brauch geht auf den Beginn der früher üblichen sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit zurück.

Martin wurde 316/317 in der im heutigen Ungarn gelegenen Stadt Sabrina geboren. Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die römische Armee ein. Nach seiner Bekehrung ließ sich Martin im Alter von 18 Jahren taufen, quittierte den Dienst und wurde Missionar. Seit 371 war er Bischof von Tours, wo er am 8. November 397 starb. Die oft am Martins-Tag verzehrte Martinsgans erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch. Er war der erste Nichtmärtyrer, der im Westen als Heiliger verehrt wurde. Das Grab des Patrons der Kriegsdienstverweigerer in der Kathedrale von Tours ist heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte in Frankreich.

Bundesweit tragen um die 800 Kirchengemeinden, Kindergärten, Schulen und weitere Einrichtungen St. Martin im Namen. Aus Anlass des 1700. Geburtstags wurden sie aufgefordert, tragen, zur Teilnahme an der Aktion „Mach es wie St. Martin – Teile!“ aufgerufen. „Wo wird heute geteilt?“, „Was teilen Menschen miteinander?“ und „Wo sind Menschen heute für andere wie St. Martin?“. Solche Leitfragen sollten nicht nur in der Institution neu bedacht werden, sondern auch in kreative Aktionen wie etwa Collagen in Form eines Martinsmantels münden. Diese Gestaltungsidee ist zeitlos und sicher auch eine Anregung für einen kreativen Unterricht zum Kirchenjahr.

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